Als ich ein kleines Mädchen war…

Schreiben gegen Rechts

Als Anfang der 90er Jahre die letzte „Flüchtlingswelle“ über Deutschland rollte, war ich ein kleines Kind. Aber ich erinnere mich, dass unsere Mutter meine Schwester und mich ein paar mal mit ins „Asylantenheim“ nahm, weil sie dort Feste für Flüchtlingskinder organisierte. Die letzte Feier, zu der sie uns mitnahm, war eine Weihnachtsfeier. Wir packten noch am Morgen Geschenke ein, backten Kuchen und bastelten Deko. Beim Fest unterhielt sich meine ältere Schwester lange mit einem afghanischen Jungen, sie hatte einen tollen Tag, am Ende tauschten die beiden Telefonnummer aus. Ein paar Tage gingen ins Land, es wurde Weihnachten. Meine Schwester und ich waren ganz im Tannenbaumschmücken versunken, als das Telefon klingelte, meine Mutter abnahm und wir ein entschiedenes „Nein, das geht nicht. Die ist nicht da!“ von ihr hörten, kurz bevor sie auflegte. Wir mussten nicht lange bohren, man sah ihr das schlechte Gewissen sofort an. Am Telefon war der afghanische Junge gewesen, der sein weniges Taschengeld in den Münzapparat im Asylantenheim gesteckt hatte, um meiner Schwester frohe Weihnachten zu wünschen. Weiterlesen

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Beginnt Alltagsrassismus schon im Kindergarten?

Rassismus

Als ich meinen Sohn diese Woche vom Kindergarten abholte, konnte er sich kaum losreißen, da die Kinder gerade leidenschaftlich in das Spiel „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“ vertieft waren. So stand ich also am Zaun vom Garten und beobachtete dieses uralte Spiel, welches aus meiner Erinnerung schon völlig verschwunden gewesen war. Und da ich in den letzten Jahren mehrere Anti-Diskriminierungs-Seminare und Trainings durchlaufen musste, schluckte ich und fragte mich unwillkürlich, ob dieses Spiel heute eigentlich noch gespielt werden sollte?  Weiterlesen

Die Sache mit der Wahlbeteiligung

Sachsen hat gewählt. Und wäre die hohe Zustimmung für radikale Protestparteien nicht schon schlimm genug, haben nicht einmal 50 Prozent der Sachsen sich an diesem demokratischen Trauerspiel beteiligt.

Nichtwähler-Grafik ARD

Nichtwähler haben in Sachsen die Mehrheit (Quelle: ARD)

Schon beginnt der Shitstorm auf die Nichtwähler und die klassischen Parteien, die es nicht mehr schaffen, die Bürger zur Wahl zu motivieren.

Nichtwähler Twitter ScreenshotNichtwähler Twitter ScreenshotSo einfach ist es aber nicht. Politikverdrossenheit hat Ursachen, die nicht nur in Individualismus, Egozentrik und desinteressiertem Wohlstand liegen. Weiterlesen

Förderung sozialer Innovationen

Das EaSI-Programm der Europäischen Kommission fördert sozialpolitische Experimente im Bereich sozialer Innovationen und Reform der sozialen Dienste.

Die Einreiche-Frist für Projektanträge wurde verlängert bis zum 28.08.2014.

Gefördert werden Kooperationen von öffentlichen, lokalen, privatwirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren.

Anforderungen an die sozialpolitischen Experimente:

  • sollen innovative Antworten auf gesellschaftliche Erfordernisse liefern;
  • geben die Möglichkeit, im Kleinen auszuprobieren, welche Auswirkungen zu erwarten sind;
  • werden so durchgeführt, dass ihre Auswirkungen gemessen werden können;
  • können ausgeweitet werden, wenn die Ergebnisse überzeugend sind.

(http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=1022&langId=de)

Die Ausschreibung, Förderkriterien, und Antragsformulare gibt’s hier: http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=629&langId=de&callId=408&furtherCalls=yes

Gesunde Ernährung in der KITA

Die Verpflegung in Deutschlands Kitas war in den letzten Wochen immer wieder negativ in den Schlagzeilen. Ausgelöst durch eine Studie der BertelsmannStiftung (Is(s)t KITA gut?) entbrannte eine Debatte über gute Verpflegung in Deutschlands Betreuungseinrichtungen.

Die Hauptkritik lautet:

  • zu viel Fleisch
  • zu wenig Obst und Gemüse
  • zu selten Fisch
  • keine adäquate Küchenausstattung
  • es fehlt an hauswirtschaftlicher Fachkompetenz
  • keine einheitlichen Qualitätsstandards

Als Mutter eines Kleinkindes, welches 5 Tage pro Woche in der Kita isst, konnte ich die Kritik nicht so richtig nachvollziehen. Ich bin rundum zufrieden mit unserer Kita-Versorgung.

Best-Practice

Morgens sind bei uns die Kinder aktiv an der Essenszubereitung beteiligt. Gemeinsam mit den Erziehern wird Brot gebacken, Gemüse gewaschen und das Essen vorbereitet, was dann während der Vormittags-Spielzeit auf dem Herd vor sich hin köchelt. Die Küche befindet sich direkt im Gruppenraum, sodass die Kinder den Prozess jederzeit mitverfolgen und begleiten können. Die Zutaten werden im benachbarten Biohofladen frisch gekauft. Fleisch gibt es 1 mal pro Woche. Das Essensgeld ist nicht höher als in anderen Kitas, im Gegenteil.

Für mich ist das der Idealzustand. Im Gespräch mit befreundeten Eltern wurde mir allerdings schnell klar, dass es sich hier um eine Ausnahme handelt und so anscheinend auch nur bei freien Trägern umsetzbar ist. Weiterlesen