Bundeswettbewerb Klimaschutz im Radverkehr

Bundeswettbewerb Klimaschutz im Radverkehr

Zu den Dingen, die man auf jeden Fall mal erlebt haben sollte, gehört: mit dem Fahrrad vom Stadtteil Nørrebro ins Stadtzentrum von Kopenhagen fahren. Fahrradfahren ist hier nicht wie in Deutschland – nicht nur ein Hobby, ein „Mal-raus-kommen“, sich bewegen, die frische Brise um die Nase wedeln lassen… Fahrrad fahren in Kopenhagen ist Mobilität, gleichberechtigt mit anderen Verkehrsmitteln, geht oft schneller als mit Bus, Bahn, Auto.

Vor allem ist es ungewohnt. Denn man muss ein bisschen Angst haben. Es ist nicht die Angst des Radfahrers in München, vom Auto übersehen zu werden. Oder die Berliner Radfahrer-Angst, auf der gewählten Route doch keinen Radweg vorzufinden. Auch nicht die Angst des Radliebhabers aus Halle vor den Pflastersteinen. Oder die des Coburgers vor den Bergen, die einem die letzte Puste rauben. In Kopenhagen hat man Angst vor den anderen Radfahrern. Den sie sind viele, fahren in 3 Spuren nebeneinander, in die man sich wie auf der Autobahn einzuordnen hat, sie klingeln, drängeln und geben ordentlich Gas. Radfahren in Kopenhagen ist Alltag. Überall gibt es Fahrradständer, Fahrradwege, Fahrradwerkstätten, Autospuren werden zugunsten von Radspuren gestrichen und verkleinert, usw.

Wunderbar humorvoll beschreibt die dänische Fahrradoffenbarung übrigens Marlene Hofmann in ihrem Buch: 1 Jahr in Kopenhagen.

Aber darum soll es hier heute eigentlich gar nicht gehen. Sondern um einen Wettbewerb des Bundesumweltministeriums, an dem sich Kommunen, Unternehmen sowie Einrichtungen und Vereinigungen in öffentlicher oder privater Trägerschaft mit Modellprojekten zum Thema Radverkehr bewerben können. Mehr Fahrradwege, Ladestationen für Pedelecs, Radkuriere, Fahrradparkplätze, usw. kurzum: deutsche Städte sollen ein bisschen dänischer werden. Weiterlesen

Post-Konsum-Gesellschaft: Tauschen, Teilen, Verschenken

Vor kurzem habe ich ja bereits in einem anderen Post auf Tauschgnom hingewiesen, wo man Bücher, Filme, Kleidung und vieles mehr unkompliziert tauschen kann.

Seitdem habe ich eine selektive Wahrnehmung für Tauschnetzwerke entwickelt. Ständig fallen mir neue tolle Tauschseiten auf. Selbst Amazon ist mittlerweile auf der Trend aufgesprungen. Medien berichten unentwegt über die neue Sharing-Gesellschaft und denTrend vom Tauschen und Teilen. Fast jeder war schon mal auf einer sogenannten Kleidertauschparty.

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Umweltschädliche Arzneimittel

Umweltschädliche Medikamente

Medikamente werden für den Menschen entwickelt. Sie machen uns wieder gesund, schmerzfrei, verlängern unser Leben. Dass es auch zahlreiche Nebenwirkungen von Medikamenten gibt, ist uns mittlerweile bekannt. Aber auch auf biologische Kreisläufe, Pflanzen und Tiere haben Medikamente Auswirkungen. 70 Prozent eines eingenommenen Medikaments werden wieder ausgeschieden und gelangen so ins Abwasser. Viele Menschen spülen alte Medikamente auch immer noch in der Toilette runter, so manche Tablette ist sogar schon im Biomüll gelandet. Kläranlagen und Abwassersysteme filtern Medikamente nur teilweise heraus. Wissenschaftler beklagen seit langem, dass sich Medikamentenrückstände in Grundwasser, Oberflächengewässern und sogar im Trinkwasser nachweisen lassen, Menschen und auch Tiere entsprechende Effekte und Nebenwirkungen zeigen.

Aufgefallen ist zum Beispiel Diclofenac, ein Wirkstoff gegen Schmerzen. Er schädigt Leber und Nieren von Fischen. Hormone, vor allem Östrogene aus den Anti-Baby-Pillen, bringen den Hormonhaushalt von männlichen Fischen durcheinander. Sie verweiblichen, produzieren Eizellen anstatt Spermien und pflanzen sich nicht mehr fort. „Fische reagieren auf Hormone viel sensibler als Menschen“, erklärt Thomas Ternes von der Bundesanstalt für Gewässerkunde.

Beruhigungsmittel, die durch das Abwasser in Gewässer gelangen, führen zu furchtlosen und unsozialen Fischen, die schneller als normal essen. Diese Veränderungen im Verhalten können schwerwiegende ökologische Folgen haben. Das zeigten Forscher der Universität Umeå in der renommierten Fachzeitschrift Science.

Doch was können wir dagegen tun? Weiterlesen

SAP Social Impact Start Award

Der SAP Social Impact Start Award zeichnet Social Entrepreneurship Start-Ups aus, die gesellschaftliche Probleme lösen wollen und somit an sozialen Innovationen arbeiten.

Ich war bei der Entstehung des Social Impact Programms quasi live dabei, als ich 2011 und 2012 Praktikantin bei iq consult in Berlin war. Meine Empfehlung ist daher nicht ganz objektiv (das Social Impact Team ist ganz wunderbar – über SAP kann ich nicht urteilen).

Dennoch möchte ich Euch dazu motivieren, beim Voting für den Award mitzumachen unter https://www.facebook.com/socialimpact.by.iqconsult?sk=app_515720611858523

Schade ist, dass die Seite des Votings so funktioniert, dass die Projekte mit den bisher meisten Stimmen ganz oben stehen. Daher möchte ich Euch hier 3 Projekte empfehlen, die bisher nur wenige Stimmen haben (also ganz unten auf der Seite zu finden sind), den Award aber nicht weniger verdienen. Weiterlesen

Innovative Mobilitätskonzepte im ländlichen Raum

Der demografische und strukturelle Wandel trifft vor allem den ländlichen Raum. Bevölkerungsabwanderung oder Schrumpfung bedeutet dann Infrastrukturverlust oder gezielte Einsparungen in der Versorgungsstruktur. Rückbau und Schrumpfung sind die aktuellen Schlagworte im Regionalmanagement. Gleichzeitig stehen die Kommunen unter immensen Spardruck, können die Kosten für Straßen und den ÖPNV kaum noch abdecken.

Der kleinen Tante-Emma-Läden oder Konsum hat bereits vor Jahren dicht gemacht. Zum Arzt, zum einkaufen, zur Bank, zur Post, zum Amt, zur Reinigung – muss man in den nächst größeren Ort, die nächst Stadt pendeln. Gerade die heutige Generation 75+, von denen ein Großteil nie einen Führerschein hatte oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr hat, steht hier vor einer Herausforderung. Natürlich helfen Familie, Freunde und Nachbarn mit dem Auto mal aus – aber von einer eigenständigen Versorgung ist man oft weit entfernt. Denn oft ist der einzige Bus, der noch fährt der Schulbus. Morgens um 7 in die eine Richtung, nachmittags halb 3 in die andere. Für ältere Menschen ist das eine Zumutung. Schüler und Pendler haben nun mal andere Mobilitätsbedürfnisse als Senioren.

Klar, der mobilen Bäcker, Fleischer, fahrende Händler und der Bofrostmann springen in die Lücke. Aber längst haben Kommunen, Bürgerinitiativen und auch Unternehmen das Problem, aber auch Potential von innovativen Mobilitätskonzepten im ländlichen Raum erkannt. Vernetzte Mobilität, gemeinschaftliche Nutzungsformen sowie flexible Formen des ÖPNV – Ideen gibt es bereits viele.

Im Folgenden findet ihr daher eine kleine Ausfall an best-practice-Beispielen, die zeigen, dass es auch anders geht: Weiterlesen

Förderung sozialer Innovationen

Das EaSI-Programm der Europäischen Kommission fördert sozialpolitische Experimente im Bereich sozialer Innovationen und Reform der sozialen Dienste.

Die Einreiche-Frist für Projektanträge wurde verlängert bis zum 28.08.2014.

Gefördert werden Kooperationen von öffentlichen, lokalen, privatwirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren.

Anforderungen an die sozialpolitischen Experimente:

  • sollen innovative Antworten auf gesellschaftliche Erfordernisse liefern;
  • geben die Möglichkeit, im Kleinen auszuprobieren, welche Auswirkungen zu erwarten sind;
  • werden so durchgeführt, dass ihre Auswirkungen gemessen werden können;
  • können ausgeweitet werden, wenn die Ergebnisse überzeugend sind.

(http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=1022&langId=de)

Die Ausschreibung, Förderkriterien, und Antragsformulare gibt’s hier: http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=629&langId=de&callId=408&furtherCalls=yes

Helsinki soll PKW-frei werden

Nach den Plänen der finnischen Hauptstadt Helsinki soll es dort ab 2025 keine privaten PKWs mehr im Straßenverkehr geben. Der öffentliche Nahverkehr soll so einfach, günstig und flexibel werden, dass sich ein privater PKW nicht mehr lohnt. Dazu tüftelt Helsinki an einer App, die dem Benutzer in Echtzeit empfiehlt, auf welchem Verkehrsweg (Fahrrad, Taxi, Bus oder Tram) er gerade am schnellsten von A nach B kommt. Fahrrad-Leihstationen und flexible Kleinbusse haben sich bereits jetzt in Helsinki etabliert.

Mehr Infos dazu unter http://www.helsinkitimes.fi/finland/finland-news/domestic/11062-the-future-resident-of-helsinki-will-not-own-a-car.html