Nachhaltiges Spielzeug

Nachhaltiges Spielzeug

Weihnachten naht. So langsamen trudeln die Fragen nach Geschenkewünschen für den Zwerg ein. Eigentlich wünschen wir uns dieses Jahr von den Großeltern einen kleinen Zuschuss für den Kleiderschrank, der endlich im Kinderzimmer seinen Platz finden soll. So leicht lassen sich Oma und Opa jedoch nicht abspeisen. Der Enkel wünscht sich doch sicher auch ein schönes Spielzeug!

Eigentlich nicht.

Ich ahne jedoch, dass wir irgendetwas auf den Wunschzettel werden schreiben müssen, um am 24. keinen bunten Plastikhaufen oder Tüten voller KiK- oder Adler-Klamotten unter dem Tannenbaum zu finden.

Für alle, die nachhaltiges Spielzeug suchen, daher hier ein kurzer Leitfaden:

Das CE-Kennzeichen ist die Grundvoraussetzung, reicht aber NICHT aus!

Mit dem CE-Kennzeichen verpflichten sich Hersteller, dass ihr Spielzeug grundlegende Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen aller einschlägigen EU-Richtlinien erfüllt. Spielzeug ohne CE-Kennzeichnung darf in Deutschland eigentlich nicht verkauft werden, dennoch trifft man hin und wieder auf dubiose Produkte (z.B. Gummi-Enten für die Badewanne), die als Deko-Artikel verkauft werden, aber im Familienhaushalt natürlich zum Spielen einladen. Das CE-Kennzeichen wird kaum überprüft und oft genug gefälscht, sodass es für den nachhaltigen Spielzeugkauf kaum ausreicht.

Stattdessen:

1. Faire Regeln für Spielzeugproduktion

Auf http://www.woek.de/web/cms/upload/pdf/aktion_fair_spielt/publikation/aktion_fair_spielt_firmenliste.pdf findet ihr eine Übersicht, welche Spielzeughersteller sich an  Standards für faire Produktion halten, welche Hersteller nicht und wie transparent die Unternehmen sind. Beurteilt wird dies vor allem nach der Selbstverpflichtung des Unternehmens und ihrer (chinesischen) Lieferanten zum ICTI-Kodex. Dort erfahren wir z.B., dass BRIO, STERNTALER und PLAYMOBIL das Thema anscheinend wichtig ist, LEGO, TOYS ´R´US und NICI hingegen weniger. Allerdings sind faire Arbeitsbedingungen und Löhne nicht alles. LEGO z.B. versucht seine Defizite im Bereich Fairtrade mit hohen Umweltstandards auszugleichen.

2. PEFC Siegel

Das PEFC Siegel zertifiziert Holzspielzeug, das aus (sozial, ökonomisch und ökologisch) nachhaltiger und umweltschonender Bewirtschaftung stammt. HABA-Spielzeug trägt u.a. dieses Siegel.

3. Spiel-Gut-Gütesiegel

Das Spiel-Gut-Spiegel setzt sich für pädagogisch sinnvolles, ökologisch korrektes und qualitativ hochwertiges Spielzeug ein. Um den Ansprüchen des Spiel-Gut-Siegels gerecht zu werden, muss Spielzeug folgende Bedingungen erfüllen:

  • Umweltverträglichkeit
  • Sicherheit
  • gute Haltbarkeit bzw. hohe Lebensdauer
  • Entwicklungsfördernd
  • Fantasieanregend
  • langfrisitge und vielfältige Spielmöglichkeiten

4. Blauer Engel

Holzspielzeug und Kuscheltiere können seit kurzem mit dem Blauen Engel zertifiziert werden, den man ja bereits von Toilettenpapier, Elektrogeräten oder Reinigungsmitteln kennt. Der Blaue Engel setzt dabei hohe Ansprüche. So muss das Spielzeug unter anderem frei von synthetischen Duftstoffen, Flammschutzmitteln und Holzschutzmitteln sein – insgesamt aber vor allem umweltfreundlich und für die Gesundheit unbedenklich.

Einkaufs-Tipp:

Auf Utopia findet ihr eine wunderbare Liste von Online-Shops, die nachhaltiges Spielzeug vertreiben, ihren Firmensitz in Deutschland haben und ein nachhaltiges Geschäftskonzept vorweisen können.

Wer noch nachhaltiger sein will, kauft im regionalen Fachgeschäft und fragt nach Spielzeug mit den oben genannten Logos.

Und: Holzspielzeug ist in der Regel UNZERSTÖRBAR und kann prima Second-Hand erworben werden. Kleinere Gebrauchsspuren lassen sich auch von Laien mit einem Hobel und etwas Farbe beheben.

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7 Gedanken zu “Nachhaltiges Spielzeug

  1. Hey Antonia, das ist ja mal eine super Liste, direkt auf Facebook geteilt, hoffentlich ist sie vielen nützlich. Wir versuchen auch möglichst mit „nichts“ durchzukommen, alternativ habend die Jungs jetzt ihre ersten Spardosen bekommen (DAS war mal ein sinnvolles Geschenk) und zumindest meine Seite der Familie hat sich sehr motiviert geäußert dahingehend zu schenken. Ansonsten für mich und die Tanten ok: gute Bücher. Leider sind Teile meines Geschwägeres da nicht so kritisch und ein ganz bestimmter Teil sogar ähm… grob fahrlässig? Lass uns hoffen, dass wir es gut überstehen 😉
    Liebe Grüße,
    Nike
    Ps: den Link zur Seife hatte ich tatsächlich vergessen zu setzen, Danke, dass Du mich darauf aufmerksam gemacht hast, wurde direkt nachgebessert!

    Gefällt 1 Person

  2. Ich finde man sollte die Geschenke immer mit einer gewissen Sorgfalt aussuchen. Spielzeug sollte einen Sinn machen und im besten Fall noch einen pädagogischen Hintergrund haben. Überall wo die Kreativität und Phantasie gefragt ist, geht auch nicht so schnell der Spaßfaktor verloren. Spiele die zur Bewegung beitragen finde ich auch sehr gut und verschenke ich häufiger.

    Gefällt 1 Person

  3. Ein nachhaltiges Spielzeug muss auch robust und stabil sein und Fantasie der Kinder anregen. Wichtig ist auch, dass nicht mehr genutzte Spielsachen auf Spielzeugbörsen, Flohmärkten oder an Second-Hand-Läden verkauft werden können.
    LG Lola

    Gefällt 1 Person

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