Post-Konsum-Gesellschaft: Tauschen, Teilen, Verschenken

Vor kurzem habe ich ja bereits in einem anderen Post auf Tauschgnom hingewiesen, wo man Bücher, Filme, Kleidung und vieles mehr unkompliziert tauschen kann.

Seitdem habe ich eine selektive Wahrnehmung für Tauschnetzwerke entwickelt. Ständig fallen mir neue tolle Tauschseiten auf. Selbst Amazon ist mittlerweile auf der Trend aufgesprungen. Medien berichten unentwegt über die neue Sharing-Gesellschaft und denTrend vom Tauschen und Teilen. Fast jeder war schon mal auf einer sogenannten Kleidertauschparty.

Tauschen, Teilen, Verschenken

Auf http://www.mamikreisel.de/ und http://www.kleiderkreisel.de/ gibt es Klamotten, Spielzeug für Kleine sowie Klamotten und Accessoires für Große. Tauschen kann man 1:1 oder man kauft ganz unkompliziert per Paypal. Mein persönlicher Mehrwert: Introvertierte Verhandlungsmuffel wie ich können hier virtuell feilschen lernen. Nebenbei kommt man zu netten Kontakten. Die Seite ist sehr übersichtlich und einfach gehalten.

Auf https://www.facebook.com/FairTeiler werden in lokalen Gruppen sogar Dienstleistungen, Wissen und Arbeitskraft getauscht.

Auf http://foodsharing.de/ kann man Lebensmittel teilen und tauschen. Bei https://www.couchsurfing.org/ und https://www.haustauschferien.com/de/ sogar die eigene Wohnung bzw. Couch.

Es scheint als gibt es nichts, was man nicht mehr tauschen kann.

Auch Uotpia hat kürzlich eine schöne Zusammenstellung von Tauschbörsen veröffentlicht.

Zusatztipp: Verschenken

Nicht für alles braucht es eine Gegenleistung. Mittlerweile gibt es schon einge Netzwerke, in denen man Gebrauchtes auch einfach verschenken kann. Die Facebookgruppe VERSCHENK’S war eine der ersten Communitiys dieser Art, die die Idee ohne viel SchnickSchnack umsetzen. Einen Facebook-Account hat mittlerweile fast jeder, der Rest läuft über direkte Kommunikation und Absprache. Verschenk’s beschränkt sich allerdings auf den großraum München.

Internationaler wirds bei http://de.freecycle.org/ . Leider auch etwas komplizierter zu handhaben. Die Community ist über Yahoo-Gruppen, dh einen Emailverteiler organisiert. In Zeiten von überquellenden Email-Postfächern scheint mir das System ein wenig veraltet. Die Plattform http://alles-und-umsonst.de/ scheint mir da zeitgemäßer und übersichtlicher organisiert, funktioniert in Deutschland, österreich und der Schweiz, hat aber weniger aktive User.

Was kommt nach dem Konsum?

Tauschen, Verschenken, Teilen – das sind Symptome einer sich verändernden Gesellschaft. Ob wir alle kommunikativer werden und der Gemeinschaftssinn eine größere Rolle spielt, das weiß ich nicht. Aber unser Umweltbewusstsein wächst. Die Wegwerfgesellschaft ist out. Status-Besitz-Denken ist out. Eine Post-Konsum-Zeit ist angebrochen!

Advertisements

11 Gedanken zu “Post-Konsum-Gesellschaft: Tauschen, Teilen, Verschenken

  1. Finde ich toll. Ich denke, dass man heute die angebotene Ware kostenlos inserieren und finden kann, sogar mit Foto und alle möglichen Filtern, macht es einfacher als früher, und daher machen auch mehr Leute mit.
    In der Schweiz hat es noch als „real-life“-Alternative die sogenannten Brockenstuben, wo man Ungenutztes hinbringen oder Gesuchtes für wenig Geld finden kann. Ich liebe es, die zu durchstöbern.

    Gefällt 1 Person

    • Klingt ja toll, davon habe ich noch gar nichts gehört! Sind das Gebrauchtwarenläden, wo man nix zahlen muss? Sitzt dann trotzdem noch jemand vor Ort und schaut nach dem Rechten oder ist es eher wie wenn man was auf die Straße stellt und schreibt „Bedient euch!“?

      Gefällt mir

      • Also zahlen muss man schon noch, aber man kann wirklich tolle Schnäppchen machen. Leider sind manche Brockis mittlerweile so „hipp“, dass sie die Preise aus den Augen verloren haben und dann für ein gebrauchtes Badezimmerschränkchen doppelt so viel wollen, wie man bei IKEA für ein neues zahlen würde. Aber die echten Brockis, die noch nach der alten Art geführt werden sind toll.
        Ich habe dort z.B. schon einen richtig tollen Schaukelstuhl für 10 CHF (8 Euro) und eine grosse Kiste Lego Duplo für 20 CHF gefunden. Bücher gibt es für 2 CHF und Klamotten auch günstig. Man muss halt Geduld und Glück haben.

        Gefällt mir

      • Klingt ja wirklich schön, lustiger Name übrigens 🙂 Hier in Kopenhagen wimmelt es nur so von Gebrauchtwarenläden, wo es manchmal auch sehr schöne Dinge gibt. Dort schaffe ich auch aussortierte Möbel und Bücher hin.

        Gefällt mir

      • Das wird dann so mehr oder weniger das Gleiche sein wie unsere Brockis. Kopenhagen ist im Allgemeinen ziemlich teuer, oder? Vergleichbar zur Schweiz, denke ich mal. Da kann man froh sein, solche Alternativen zu haben. 🙂

        Gefällt mir

      • Das stimmt, die Dänen selbst verdienen aber so viel, dass die meisten Dinge (Lebensmittel, Mode, Miete, …) auch nicht mehr kosten als anderswo. Eventuell sind Immobilien und Autos im Vergleich und in Relation zum Einkommen teurer. Aber die Alternativen finde ich klasse. In Deutschland haftet Second Hand-Läden häufig noch ein schmuddeliges Unterklasse-Image an, hab ich so das Gefühl. Das ist schade! Das ändert sich aber jetzt langsam durch die neuen Online-Möglichkeiten.

        Gefällt mir

  2. Ich frag mich ja immer noch, ob es wirklich so ein großer Trend ist, oder ob es uns nur so vorkommt wegen der von dir erwähnten selektiven Wahrnehmung (gleich und gleich gesellt sich, wir lesen die Medienartikel, die uns in den Kram passen und selbst Google passt sich an unsere Geschmäker an…). In Kopenhagen habe ich einige getroffen, die alte Möbel verschenken oder mal was auf die Straße stellen, was über Facebook weggeben, gebraucht kaufen, Kleidertauschpartys veranstalten und so weiter. Gleichzeitig kenne ich aber auch genügend Leute, die sich weder damit beschäftigt haben noch auf die Idee kämen…

    Gefällt mir

    • Kleiderbörsen gab es schon, als ich noch ein Kind war (also über 30 Jahre her). Auch Kleinanzeigen oder Flohmärkte, um ungenutztes Zeug loszuwerden.
      Aber ich denke, dass die Leute früher auch nicht so masslos eingekauft haben wie es heute der Fall ist. Ich habe lustigerweise gerade gestern mit meiner mittleren Tochter (14jährig) darüber geredet und ihr erzählt, dass meine Mutter mit mir früher zwei Mal im Jahr „in die Stadt“ gefahren ist, um Klamotten für die kommende Saison zu kaufen. Im Frühjahr für den Sommer und im Herbst für den Winter. Zwischendurch bei Bedarf ein Paar Schuhe, aber das war es so im Grossen und Ganzen. (Reaktion Tocher: „Waaaaas!!!?“
      Und wenn meine Mutter sich Kleidung kaufte, durfte die was kosten, aber die trug sie dann auch 10 Jahre am Stück. Sie hat heute noch Teile an, die ich schon seit ewigen Zeiten kenne (die aber trotzdem nicht altmodisch, weil zeitlos, sind)
      Oder Thema Möbel. Wie oft hat man früher seine Wohnung umgestaltet? Höchstens mal bei einem eventuellen Umzug. Ansonsten hatte man die Wohnwand und das Schlafzimmer, die zur Hochzeit angeschafft worden waren, für die nächsten 30 Jahre sicher mal da stehen. Eine Couch wegen der grösseren Abnutzung, wurde eher mal gewechselt.
      Es war damals ja auch alles viel teurer im Verhältnis zum Einkommen.

      Von daher ist es nicht verwunderlich, wenn heute mehr Austausch betrieben wird. Das finde ich auch echt super. Wir praktizieren das im Freundeskreis auch untereinander. Die Klamotten im Schrank, die ich gekauft habe, kann ich noch abzählen. Das meiste ist von meiner besten Freundin übernommen oder selbst genäht. Wir hatten z.B. eine Ikea-Tasche mit Umstandsklamotten – die drehte jahrelang die Runde. Jetzt steht sie auf dem Dachboden, weil wir alle ausgebrütet haben und weil die Sachen darin echt nicht mehr „in“ sind ^^. Ui, mir scheint, ich könnte ewig weiterschreiben. STOPP! 😀

      Gefällt 2 Personen

      • Lustig, dass wir nun langsam in das Alter kommen, den Kindern von „früher“ zu erzählen. Vielleicht war die Phase des Überkonsums und schnell Wegwerfens auch nur ein Ausrutscher und die Leute kommen wieder zurück zum Ausgangspunkt. Qualität kaufen und weiterleben lassen.

        Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Europäische Woche der Abfallvermeidung – 7 Tipps zur Müllreduktion | Förderband Nachhaltigkeit

Kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s