Engagement im Museum: Bilderpaten

Vor einiger Zeit habe ich ja bereits berichtet, was Bürgerschaftliches Engagement in Museen bedeuten kann. Heute will ich euch noch einmal ein herausragendes Beispiel vorstellen:

Die Bilderpaten des Lindenau-Museums in Altenburg

Bilderpaten Lindenau-Museum Altenburg

Das Lindenau-Museum in Altenburg ist weltweit für seine Sammlung italienischer Tafelmalerei aus dem 13. bis 16. Jahrhundert bekannt. Darunter Werke von Botticelli, Lorenzetti und  Santi.

Doch was nützt dem Lindenau-Museum seine wertvolle Sammlung? Das Museum liegt tief im Osten Thüringens. Von Besucherströmmen wie sie in Berlin, Frankfurt oder München bei ähnlichen Sammlungen üblich wären, kann in Altenburg nur träumen. Der öffentliche Etat für Kunst und Kultur wird immer knapper, viele Bilder sind in einem schlechten Zustand, müssten restauriert werden.

Im Lindenau-Museum arbeitet jedoch kein fest angestellten Bilder-Restaurator und das Budget für Restaurierungen beträgt gerade mal 4000 Euro im Jahr. Ein vielfaches wäre nötig, um gerade mal einen Bruchteil der Sammlung angemessen zu erhalten.

Aus der Not heraus entstand eine innovative Idee mit weitreichenden Folgen:

Vom 11. November 2013 bis 21. April 2014 wurde die Sonderausstellung „Zu Hilfe, zu Hilfe – Restaurierungspaten gesucht. Schätze aus den Museumsdepots“ gezeigt.

Sie fand ein überwältigendes Echo, fast 45 000 Euro an Spenden sind eingegangen.

Laut Sabine Hofmann, der stellvertrenden Direktorin des Lindenau-Museums, wurde die Aktion aufgrund des geringen Marketing-Budgets kaum beworben. Die Besucher und zahlreichen Spender kamen von ganz allein, angefixt von der Idee, hier gezielt und wirkungsvoll helfen zu können.

„Niemand wollte sich hier als Sponsor profilieren. Sattdessen engagieren sich Kunstliebhaber, die den Wert der Bilder erkannt haben und ein Kulturgut langfristig für zukünftige Generationen erhalten wollen.“ (Sabine Hofmann)

Am Beispiel des Lindenau-Museums kann man lernen, was Engagement-Kultur in Museum heute bedeuten kann. Nicht jeder Spender möchte sich in einen Förderverein pressen lassen. Viele spenden gerne, wenn sie sehen, wohin genau ihr Geld fließt. Für Museums-pädagogische Projekte ist schwer, Spenden zu generieren, weil kaum unmittelbarer Output und langfristiger Outcome sichtbar wird.  Hier müssen Kultureinrichtungen ansetzen, die auf Spenden und Engagement von Bürgern angewiesen sind. Resultate der Förderung müssen sichtbar und transparent präsentiert werden.

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