Ende der Sportvereine?

Der Wegweiser-Kommune.de Blog postete gestern den Artikel Demografischer Wandel – das Aus für den Vereinssport?. Grundaussage des Beitrags: Gerade in ländlichen Regionen, wo Sportvereine ein wichtige soziale Funktion übernehmen (Jugendarbeit, Engagementkultur, usw.) gehen die Mitgliedszahlen zurück. Ursache dafür ist vor allem die Abwanderung in Städte und damit einhergehend sinkende Geburtenraten, sprich fehlender Nachwuchs.

Ich möchte dies gar nicht bestreiten, aber an dieser Stelle noch wichtige Punkte hinzufügen.

Individualisierung

Die Interessen und die Möglichkeiten haben auch auf dem Dorf zugenommen. Hobby muss nicht mehr = Sportverein sein. Freizeitgestaltung kann auch individuelles joggen, bloggen, nähen uvm. sein. Ein Verein bedeutet auch immer eine Verpflichtung, die sich zwar in der Regel lohnt, aber in die man Zeit, Engagement und Sozialverhalten investieren muss.

Flexibilisierung

Viele Menschen wollen und können sich nicht mehr dauerhaft binden. In Zeiten, wo junge Menschen alle 2 Jahre ihren Wohnsitz ändern, sind veraltete Vereinsstrukturen überholt. Jahresbeiträge schrecken ab. Und bis man tatsächlich in einem Verein „angekommen“ ist, sich Vertrauen erarbeitet hat und aktiv mitbestimmen darf, vergeht viel Zeit.

Sozialisation

Ein Sportverein ist in der Regel von bestimmten sozialen Gruppen eines Ortes geprägt. Man muss diese Gruppe mögen und dazu gehören wollen, um sich ein aktives Vereinsleben vorstellen zu können.

Ohne das Beispiel universell übertragen zu wollen, sei es hier kurz aufgeführt: In meinem Heimatdorf ist der Sportverein (v.a. Fußballverein) deutlich von rechten Strömungen geprägt, die diese Institution nutzen, um neue Anhänger zu gewinnen. Fußball hat in meiner Familie eine lange Tradition, dennoch würde ich mein Kind nicht dort spielen lassen, um es vor solchen Einflüssen zu schützen.

Zukunft der Sportvereine

Zukunft der Vereinskultur

Die Vereine in ländlichen Gebieten müssen sich diesen Umständen und Modernisierungs-Prozessen anpassen, wenn sie auch zukünftig neue Mitglieder anwerben und bestehen bleiben wollen.

Lösungsansätze bieten kurzfristige, flexible Angebote, ohne dauerhafte Mitgliedschaften; moderne und nachfrageorientierte Sportarten, Kooperationen mit Schulen, Unternehmen, Initiativen und anderen Vereinen; Konzentration auf andere Zielgruppen (v.a. Senioren und Frauen) und Themenfelder (Gesundheitsprävention u.ä.); und die Hervorhebung und Pflege des Alleinstellungsmerkmal der Vereine: der Gemeinschaftsaspekt. Menschen, die in einen Verein eintreten würden, suchen die Gemeinschaft, Anschluss und Kommunikation.

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