Bürgerschaftliches Engagement als Job-Killer in Museen?

Das Schweizer Sauer Museum in Arbon hat Ende Mai den Silletto-Preis am „European Museum of the Year Award“ (EMYA) gewonnen. Das Museum am Bodensee, in dem man Oldtimer und alte Web- und Stickmaschinen bewundern kann, wurde vor allem für seine vorbildliche Freiwilligenarbeit ausgezeichnet. Denn das Haus wird ausschließlich von Amateuren, rund 60 Freiwilligen, geführt. Ist dies das Museums-Konzept der Zukunft?

Was will uns die EMYA-Kommission mit dieser Auszeichnung sagen? Steckt im Freiwilligen Engagement das Potential für zukünftige Kultur-Etat-Einsparungen? An diesem raffinierten Modell könnt ihr anderen europäischen Länder lernen, wie man Personalkosten spart und seinen Finanzhaushalt aufpolieren kann?

Nein, das hoffentlich nicht. Professionelle Museologie, Museumspädagogik und Museumsmanagement müssen auch zukünftig einen hohen Stellenwert in der Kulturarbeit haben und die Qualität in den Sammlungen sichern.

Bild zeigt: Gerichtssaal auf Burg Posterstein - ein Museum, dass seit Jahren von einem aktiven und engagierten Förderverein profitiert

Bild zeigt: Gerichtssaal auf Burg Posterstein – ein Museum, dass seit Jahren von einem aktiven und engagierten Förderverein profitiert

Vielmehr hat die EMYA hier ein Zeichen gesetzt, dass Museumsarbeit nicht nur für, sondern auch mit dem Bürger sinnvoll und erfolgreich ist. Engagierte Freiwillige verankern ein Museum im Umfeld – in der Region und in der Bevölkerung. Und durch ihre besondere intrinsische Motivation können sie manchmal höhere Berge versetzen, als es angestellte und stark beanspruchte Mitarbeiter vermögen – sei es im Fundraising, der Besucherbetreuung oder in der Veranstaltungsorganisation.

„Ohne Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement, wäre die Mehrzahl der Museen in der Vergangenheit nicht gegründet worden, vielfach heute nicht zu unterhalten und auch zukünftig in ihrer Existenz nicht gesichert.“ (Deutscher Museumsbund)

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