Der ESF in Deutschland – ein Auslaufmodell?

ESF-Erfolge

In der letzten Förderperiode (2007 bis 2013) wurden durch ESF Projekte 88.000 Arbeitsplätze geschaffen und 6500 Start-up und Unternehmensgründungen gefördert. (vgl. http://ec.europa.eu/regional_policy/information/cohesion-policy-achievement-and-future-investment/factsheet/germany_de.pdf)

Konsequenzen für Deutschland:

Eigentlich sollte man sich freuen. Selbst den strukturschwachen Regionen (vor allem im Osten Deutschlands) geht es mittlerweile so gut, dass sie in der aktuellen Förderperiode des europäischen Sozialfonds kaum mehr Unterstützung benötigen.

„Das ESF-Budget in Deutschland wird im Bereich der Strukturanpassung von Regionen mit Entwicklungsrückstand (Konvergenzziel) voraussichtlich von 3,5 Milliarden Euro auf 2,5 Milliarden Euro, also um ca. 30 % abnehmen.“ (Henning Braem – EU-Referent der Bank für Sozialwirtschaft (bfs) in Brüssel auf http://blog-foerdermittel.de/2013/11/interview_braem_bfs/)

Die EU konzentriert sich zukünftig auf weniger entwickelte Regionen. Das ist einerseits gut, denn mit Unterstützung des ESF sollen alle Menschen in Europa gleiche Chancen auf eine berufliche Perspektive erhalten. In Deutschland stehen die Berufschancen im Vergleich zu Griechenland, Spanien oder Portugal sehr gut.

ESF

Arbeitsmarktprojekte nicht mehr tragfähig

Andererseits werden nun viele sinnvolle Arbeitsmarktprojekte für die gemeinnützigen Projektträger nicht mehr tragbar sein. Gerade Projekte, die in den letzten Jahren weniger (messbare) Erfolge präsentieren konnten, werden in der aktuellen Förderperiode nicht mehr unterstützt und somit wohl ganz gestrichen.

Vorausschauende Organisationen haben sich natürlich längst nach Ersatzförderungen von Stiftungen, Bundesprogrammen und ähnlichem umgesehen. Die meisten stellen jedoch ihr Projektportfolio komplett um und werden sich auf diese Art durch die nächsten Jahre retten können.

Orientierungslosgikeit vs. Chancen

Für die Projektträger und Teilnehmer der Maßnahmen – Arbeitslose, Orientierungslose, Schüler, Studenten, Arbeitssuchende mit sogenannten Vermittlungshemmnissen- bedeutet dies: erst einmal den Durchblick bekommen im neuen Projekt-, Förder-, Maßnahmendschungel.

Gleichzeitig bieten sich Chancen auf eine nachhaltige Eingliederung in den Arbeitsmarkt durch eine hoffentlich verbesserte und vereinfachte Förderung für Inklusion, Bildungserfolge und innovative Ideen.

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3 Gedanken zu “Der ESF in Deutschland – ein Auslaufmodell?

    • Mhm – glaube, das ist eher schwierig. Das sind ja viel solche Projekte, wo einzelne Arbeitssuchende, Gründungswillige, Bürgerarbeitsstellen und ähnliches gecoacht, vermittelt oder unterstützt werden. Klar könnte jeder einzelne von denen über Crowdfunding Finanzierungshilfen finden. Aber in den Projekten geht es ja gerade darum, dass die Leute professionelle Hilfe von Sozialarbeitern, Jobcoaches oder Gründungsunterstützung erhalten und das eben alleine nicht so schnell und konzentriert auf die Reihe bekämen. Und da reden wir dann halt schenll von 100.000 bis Millionenbeträgen…
      Die Jobcenter und auch verschiedene Bundesprogramme haben da schon einen Teil der Projekte in ähnlicher Form in den letzten Jahren übernommen, aber für manche wird es eben auch einfach nicht reichen.

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      • Dann müssen wir hoffen, dass der Bund die Startups in Zukunft noch höher bewertet. Schließlich wird immer geklagt, dass Europa kein neues Twitter und Facebook hervorbringt! (Wobei das in den USA ja von privaten Geldgebern getragen wird…)

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