Coworking Spaces in der sozialen Arbeit?

Hendrik Epe schreibt fragt in seinem neusten Blogbeitrag, ob Coworking-Spaces nicht auch eine Chance für die klassischen Träger der sozialen Arbeit wären. Interessante These. Auch wenn Coworking-Spaces meiner Meinung nach kein Allheilmittel oder die Wunderwaffe zur Innovationsfähigkeit sind, es lohnt sich darüber nachzudenken, was wir von ihnen lernen können.

Hier gehts zum Blog von Hendrik: Coworking als Innovationsraum zur Steigerung der Innovationsfähigkeit sozialer Organisationen — IdeeQuadrat

Als ich ein kleines Mädchen war…

Schreiben gegen Rechts

Als Anfang der 90er Jahre die letzte „Flüchtlingswelle“ über Deutschland rollte, war ich ein kleines Kind. Aber ich erinnere mich, dass unsere Mutter meine Schwester und mich ein paar mal mit ins „Asylantenheim“ nahm, weil sie dort Feste für Flüchtlingskinder organisierte. Die letzte Feier, zu der sie uns mitnahm, war eine Weihnachtsfeier. Wir packten noch am Morgen Geschenke ein, backten Kuchen und bastelten Deko. Beim Fest unterhielt sich meine ältere Schwester lange mit einem afghanischen Jungen, sie hatte einen tollen Tag, am Ende tauschten die beiden Telefonnummer aus. Ein paar Tage gingen ins Land, es wurde Weihnachten. Meine Schwester und ich waren ganz im Tannenbaumschmücken versunken, als das Telefon klingelte, meine Mutter abnahm und wir ein entschiedenes „Nein, das geht nicht. Die ist nicht da!“ von ihr hörten, kurz bevor sie auflegte. Wir mussten nicht lange bohren, man sah ihr das schlechte Gewissen sofort an. Am Telefon war der afghanische Junge gewesen, der sein weniges Taschengeld in den Münzapparat im Asylantenheim gesteckt hatte, um meiner Schwester frohe Weihnachten zu wünschen. Weiterlesen

Bundeswettbewerb Klimaschutz im Radverkehr

Bundeswettbewerb Klimaschutz im Radverkehr

Zu den Dingen, die man auf jeden Fall mal erlebt haben sollte, gehört: mit dem Fahrrad vom Stadtteil Nørrebro ins Stadtzentrum von Kopenhagen fahren. Fahrradfahren ist hier nicht wie in Deutschland – nicht nur ein Hobby, ein „Mal-raus-kommen“, sich bewegen, die frische Brise um die Nase wedeln lassen… Fahrrad fahren in Kopenhagen ist Mobilität, gleichberechtigt mit anderen Verkehrsmitteln, geht oft schneller als mit Bus, Bahn, Auto.

Vor allem ist es ungewohnt. Denn man muss ein bisschen Angst haben. Es ist nicht die Angst des Radfahrers in München, vom Auto übersehen zu werden. Oder die Berliner Radfahrer-Angst, auf der gewählten Route doch keinen Radweg vorzufinden. Auch nicht die Angst des Radliebhabers aus Halle vor den Pflastersteinen. Oder die des Coburgers vor den Bergen, die einem die letzte Puste rauben. In Kopenhagen hat man Angst vor den anderen Radfahrern. Den sie sind viele, fahren in 3 Spuren nebeneinander, in die man sich wie auf der Autobahn einzuordnen hat, sie klingeln, drängeln und geben ordentlich Gas. Radfahren in Kopenhagen ist Alltag. Überall gibt es Fahrradständer, Fahrradwege, Fahrradwerkstätten, Autospuren werden zugunsten von Radspuren gestrichen und verkleinert, usw.

Wunderbar humorvoll beschreibt die dänische Fahrradoffenbarung übrigens Marlene Hofmann in ihrem Buch: 1 Jahr in Kopenhagen.

Aber darum soll es hier heute eigentlich gar nicht gehen. Sondern um einen Wettbewerb des Bundesumweltministeriums, an dem sich Kommunen, Unternehmen sowie Einrichtungen und Vereinigungen in öffentlicher oder privater Trägerschaft mit Modellprojekten zum Thema Radverkehr bewerben können. Mehr Fahrradwege, Ladestationen für Pedelecs, Radkuriere, Fahrradparkplätze, usw. kurzum: deutsche Städte sollen ein bisschen dänischer werden. Weiterlesen

Beginnt Alltagsrassismus schon im Kindergarten?

Rassismus

Als ich meinen Sohn diese Woche vom Kindergarten abholte, konnte er sich kaum losreißen, da die Kinder gerade leidenschaftlich in das Spiel „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“ vertieft waren. So stand ich also am Zaun vom Garten und beobachtete dieses uralte Spiel, welches aus meiner Erinnerung schon völlig verschwunden gewesen war. Und da ich in den letzten Jahren mehrere Anti-Diskriminierungs-Seminare und Trainings durchlaufen musste, schluckte ich und fragte mich unwillkürlich, ob dieses Spiel heute eigentlich noch gespielt werden sollte?  Weiterlesen

ZDFinfo – Stammtisch zum Thema Ost West

25 Jahre Einheit

Heute, an diesem denkwürdigem Datum, werde ich um 14.30 Uhr auf ZDFinfo beim Stammtisch zum Thema „25 Jahre deutsche Einheit – vereint oder doch getrennt?“ zu sehen sein. Zusammen mit vier anderen spannenden Menschen diskutieren wir dort  Liebe zwischen Ost und West, wirtschaftliche Unterschiede, Fremdenfeindlichkeit und Ostalgie. Ich vertrete die Generation junger Ostdeutscher, die eigentlich von der DDR kaum noch was mitbekommen hat, aber die Auswirkungen und Vorurteile noch heute spüren kann.

Ist der Osten wirklich fremdenfeindlicher als der Westen?

Fremdenfeindlichkeit Ost West

Wer aus einem ostdeutschen Bundesland stammt, wird derzeit ja leider ständig mit der Frage konfrontiert: „Warum sind da drüben eigentlich viele so fremdenfeindlich?“ Aber sind es wirklich so viele? Meine Bekannten und Freunde sind es nicht. Beziehungsweise sind sie auch nicht fremdenfeindlicher als meine Bekannten im Westen. Der alltägliche Rassismus (z.B. Misstrauen und Vorurteile gegenüber Menschen, die anders aussehen oder mit Akzent sprechen) ist meiner Meinung nach in ganz Deutschland gleich stark ausgeprägt, genauso wie die Angst, dass der Einfluss von anderen Kulturen unsere Gesellschaft schlechter machen könnte oder das Migration nach Deutschland unseren Wohlstand gefährden könnte. All das begegnet mir regelmäßig in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg genauso wie Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Was sich meiner Meinung nach tatsächlich unterscheidet, ist die Organisation und die Extremisierung von Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland, die hier wesentlich stärker ausgeprägt ist. Weiterlesen

Die Generation Y – eine Chance für mehr Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit Generation Y

„Arbeitsscheu, Angepasst, Langweilig“ – das sind die Attribute, die man normalerweise über die Generation Y liest. Aber wir jungen Leute können auch „umweltbewusst, engagiert, nachhaltig“…

Vor kurzem fiel mir ein Buch mit reißerischem Titel in die Hände: „Die heimlichen Revolutionäre – Wie die Generation Y unsere Welt verändert“ Klaus Hurrelmann, der Autor, ist nicht irgendein daher gelaufener Hobbyphilosoph, sondern ein anerkannter Soziologe, der schon seit vielen Jahren umfassende Jugendstudien in Deutschland durchführt. Status und Titel sind natürlich keine Garantie für eine spannende Lektüre, da ich aber selbst der sogenannten Generation Y angehöre, war ich doch neugierig.

Und Hurrelmann stellt tatsächlich interessante Hypothesen auf. So beschreibt er eine der größten Gruppen innerhalb der heute 15 bis 30- jährigen folgendermaßen: „pragmatische Idealistinnen und Idealisten: vor allem Frauen, die Themen wie soziales Engagement, Umweltbewusstsein und Chancengleichheit wichtig finden, für welche sie selbstbewusst kämpfen“.

Umweltschutz Generation Y

Klingt doch vielversprechend, oder? Weiterlesen

In eigener Sache…

Ein paar Monaten ging es hier auf Förderband Nachhaltigkeit eher ruhig zu, was daran lag, dass ich schwanger war, unser zweites Kind entbunden habe und an der Hochschule einige viele Kurse belegt hatte. Mein Kopf und Terminkalender lies da irgendwie keinen Raum fürs bloggen. Nun soll sich das aber wieder ändern und ich freue mich auf interessante Diskussionen mit euch!

Soziale Innovation durch Ressourcenorientierung

So oft wenn ich mit Vertretern „klassischer“ sozialer Organisationen rede, ärger ich mich am Ende, dass ich mich irgendwie für diesen Trend soziale Innovationen rechtfertigen und das Besondere an ihm hervor heben soll. Darum geht es aber gar nicht. Auch in der Diakonie, Awo usw. sitzen engagierte Leute, die immer wieder kreative Ideen haben, umsetzen und Lokal gewaltige soziale Innovationen hervor bringen können. Es braucht nicht immer den charismatischen Social Entrepreneur mit dem Riesen-Ego. Manchmal reicht auch einfach eine gute Idee, die sich in einem sozial orientierten Umfeld mit guter Vernetzung und Infrastruktur entfalten kann. Einen guten Blog-Post zu diesem Thema gabs kürzlich erst bei Thomas Mampel🙂

mampels welt

John Foto: DPW

Die Vorsitzende des Berliner Landesverbandes des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes (DPW) hat als Vorwort der aktuellen Ausgabe des Mitgliederrundbriefes einen bemerkenswerten Beitrag zum Thema „soziale Innovation“ geschrieben, in dem sie sich auch auf Begrifflichkeiten wie „social entrepreneurship“ und  „soziales Unternehmertum“  bezieht und diese auf eine sehr anschauliche und (aus meiner Sicht) sehr plausible Art entmystifiziert und nachweist, welche kreative Kraft mitunter auch aus den „klassischen“ Organisationen des Sozialsektors entspringt . OT  Barbara John: „Ob unseren Mitgliedern wohl immer bewusst ist, wie sozial innovativ ihre Projekte sind? Wahrscheinlich nicht. Vermutlich würden sich auch die wenigsten von ihnen als Sozialunternehmer, also Social Entrepreneurs bezeichnen. Dieser Begriff hatte in den letzten Jahren Konjunktur und schien das erstrebenswerte Vorbild zu sein. Soziale Innovation, so klang es in der Diskussion immer wieder an, funktioniert nur mit einem großen »Macher«, der charismatischen Gründerpersönlichkeit. Ohne Zweifel braucht es im Einsatz gegen soziale Probleme eine treibende Kraft – eine Person…

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